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Widerstand gegen elektronische Gesundheitskarte

02.09.2010 –  

Vertragsärzte stehen der Informationstechnik im Gesundheitswesen kritischer gegenüber als Krankenhausärzte. Sie befürchten Datenschutzlücken bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und Zusatzkosten.

Laut einer repräsentativen Ärzte-Befragung des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Bundesärztekammer (BÄK) gehen zwar fast 90 Prozent der befragten Ärzte davon aus, dass Telematik (86 Prozent) und Telemedizin (87 Prozent) im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung gewinnen werden, der Widerstand gegen die elektronische Gesundheitskarte (eGK) ist jedoch weiterhin groß.

Im Gegensatz zu Klinikärzten stehen dabei die niedergelassenen Ärzte der Telematik besonders kritisch gegenüber. Während nur zehn Prozent der Krankenhausärzte sich davon mehr Nachteile als Vorteile erwartet, hält immerhin ein Drittel der Vertragsärzte nichts von der elektronischen Gesundheitskarte.

BÄK-Telematikexperte Franz-Josef Bartmann erklärt sich die skeptischere Haltung der niedergelassenen Ärzte unter anderem mit der nicht immer optimal verlaufenen Testphase. Zudem seien Klinikärzte in der Regel auf Vorinformationen der behandelnden Ärzte angewiesen, während der traditionelle Hausarzt seine Patienten über Jahre kenne und wenig Anlass sehe, Informationen elektronisch aufzubereiten. „Bislang ist unter Ärzten immer noch das Fax das wichtigste Kommunikationsmittel“, so Bartmann.

Dr. Frank-Ulrich Montgomery sieht dennoch Chancen, dass der Widerstand der Ärzte gegen die Telematik schwindet. Dazu müsse es aber Änderungen gegenüber der ursprünglichen Planung geben. So gelte es Datenschutzbedenken auszuräumen und den Ärzten einen konkreten Mehrwert der Karte zu vermitteln. „Wir haben keine Angst vor der Technik“, erklärte BÄK-Vize Dr. Frank-Ulrich Montgomery. Sie dürfe jedoch auch das Verhältnis zwischen Arzt und Patient nicht verschlechtern.



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