Hintergrund
WASSER
Das unverzichtbare Element!
Wasser ist Leben – weil unser Körper ohne nicht funktioniert, weil es unser Wohlbefinden fördert und alles in Schwung hält
Ohne Wasser geht gar nichts. Wie viele Aspekte dies betrifft, wird uns umso klarer, je mehr die Temperaturen draußen ansteigen. A&W-Sinnesexpertin Marion Vorbeck befasst sich mit dem lust- und lebenspendenden Elixir.
Alles Leben hängt vom Wasser ab. Besteht unser Körper immerhin zu 70 Prozent aus Wasser, so übertrifft ihn manche Pflanze noch weit: Melonen und Gurken, deren saftiges Fruchtfleisch uns jetzt so erfrischt, enthalten über 95 Prozent Flüssigkeit. Die brauchen wir gerade jetzt dringend: Grob schätzt zwei bis drei Liter Wasser pro Tag. Faustregel: 35 Gramm je Kilo Körpergewicht, bei körperlicher Arbeit in der Hitze ein Mehrfaches.
Bekommen wir die nicht, reagiert unser Organismus auf die Dehydration mit Schwindel, Übelkeit, Durchblutungsstörungen und Muskelkrämpfen; und längerer Wassermangel wirkt sich auf die Beschaffenheit der Haut sowie aufs allgemeine Wohlbefinden aus. Auch rein äußerlich angewendet, tut Wasser einfach gut. Ob sinneserfrischend beim Sprung in kühle Meereswellen, beim Kneippgang oder im Pool – Wasser ist das Element, in dem wir wunderbar entspannen und wieder eins mit der Natur werden. Wieder einmal profitieren wir auch da vom Blick in die Geschichte: Eine hoch entwickelte Kultur des Badens, Waschens und meditativen Innehaltens pflegten bereits die Römer.
Die nutzten die entspannte Atmosphäre im Badehaus oder in heißen Thermalquellen zudem, ganz locker Geschäftsverbindungen zu pflegen – in Japan sind die heißen Quellen, sogenannte Onsen, noch heute ein beliebter Ort des „Get Together“. In berühmten Badeorten wie Brighton oder Bath spannten ab dem 18. Jahrhundert gerne auch die oberen Zehntausend der englischen Gesellschaft aus, und bald wurden die Ostseebäder ebenso wie Baden-Baden, Bad Ischl oder Bad Gastein, Marienbad oder Karlsbad – wo auch Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe weilte – zu angesagten Treffpunkten der Gesellschaft.
Und so manch zartes zwischenmenschliches Band wurde durch die belebenden Eigenschaften der Quellen befördert. Allein schon von Wasser umgeben zu sein, es zu sehen und seinem Spiel zu lauschen, erquickt Sinne und Seele. Sommerliche Anziehungspunkte sind daher Plätze oder Parks mitsamt Brunnen, am liebsten mit glitzernden Fontänen und Kaskaden, die für kühlende Verdunstung und zwischendrin für hitzefrei sorgen.
Von der Lust an Wasserspielen lebten auch Brunnenbauer und Architekten des Barock oder der Renaissance nicht schlecht. Kaum ein Garten, Palazzo oder Park, der ohne sprudelnde Elemente auskam; auch Wandbrunnen ließen das erquickende Elixir stets im Überfluss hervorquellen. Noch heute profitieren Flaneure vom Anblick üppigen Schöpfungen wie dem Vierströme- Brunnen von Bernini auf Roms Piazza Navona oder dem Trevi-Brunnen, mit dem weniger der Künstler Nicola Salvi als die Filmaufnahmen zu Federico Fellinis Streifen La Dolce Vita und dem legendären Bad von Anita Ekberg und Marcello Mastroianni verbunden sind.
Und wer in der Hitze des Orients Erfrischung sucht, wird in einem der zahlreichen Innenhöfe fündig. Hier sorgten reiche Palastbesitzer seit jeher mit Hilfe raffiniert angelegter Wasserbecken und des nie versiegenden Plätscherns von Brunnen und Fontänen für kühlende Entspannung.
A&W-KOMPAKT
Wasservorkommen und -mangel
Wasser bedeckt zu rund zwei Drittel die Erdoberfläche – macht insgesamt rund 1,4 Milliarden Kubikmeter. Davon sind nur 2,5 Prozent Süßwasserreserve und 0,3 Prozent Trinkwasser. Jeder Deutsche verbraucht rund 130 Liter am Tag, davon aber nur drei Liter zum Kochen und zum Trinken. Deutschland gehört zwar zu den wasserreichsten Regionen der Welt, doch inzwischen ist Wasser weltweit gefährdet durch Gifte, Überdüngung und Massenverbrauch. Infolge dessen geht bedrohten Tier- und Pflanzenarten der Lebensraum verloren. Der Wohlstand eines Landes hängt auch von seinen Wasserressourcen ab, denn sie sind Grundlage für die industrielle Produktion und Energiegewinnung. An Trinkwasser mangelt es besonders in Entwicklungsländern; in vielen Großstädten Afrikas sind nur ein Viertel der Haushalte an eine Wasserversorgung angeschlossen. Der Rest der Bevölkerung ist auf Brunnen, Bäche, Flüsse und Seen angewiesen, deren Wasser oftmals verseucht ist. Unter dem Motto „Wasser zum Leben“ erklärte die UNO die Jahre von 2005 bis 2015 zur Dekade des Wassers. In Europa zwingt die EU-Wasserrahmenrichtlinie zu einem guten Gewässerzustand bis zum Jahr 2015.
A&W-KOMPAKT
Wasser als Menschenrecht
Die UN-Vollversammlung erklärte 2010 den Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitärer Grundversorgung zu Menschenrechten. Diese sind zwar nicht einklagbar, jedoch stärkt die Resolution das Bewusstsein, dass sauberes Wasser und Sanitäranlagen zu einem angemessenen Lebensstandard gehören. Dies wiederum könnte dafür sorgen, dass das Recht auf einen angemessenen Lebensstandard, das im bindenden Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte enthalten ist, eingeklagt werden kann.
Wasser und Religion
Der reinigenden Kraft des Wassers messen viele Religionen wichtige Aspekte bei:
- im Islam als rituelle Gebetswaschung vor dem Betreten einer Moschee;
- im Hindu-Glauben beim rituellen Bad im Ganges;
- im Christentum bei der Taufe. Bis ins Mittelalter wurde der ganze Körper getauft durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser, im Westen genügt meist nur noch durch Besprengen mit Wasser;
- im Judentum als Ganzkörper-Ritualbad mit fließendem reinen Wasser, am besten mit Quellwasser.
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