Hintergrund
HOTELS
Hier schlummert Geschichte mit
Sie waren früher mal Gaswerk, Gefängnis, Kloster oder Kinderheim. Statt als historische Mauern zu verfallen, wurden sie aufwändig renoviert und als Hotel wieder eröffnet – damit wir uns heutzutage betten können in Bauten, die Historie atmen.
Sich betten wie Kaisers
Hier waren einst Glanz und Elend zu Hause: Die Jugendstilvilla diente Mitte des 19. Jahrhunderts als Waisenhaus, dann wieder verbrachte der Hochadel in dem attraktiven Anwesen seine Sommerfrische. Schließlich erwarb Herzogin Maria von Sachsen- Coburg-Gotha die Villa im Jahr 1903 und ließ es als Gästedomizil des deutschen Kaiserhauses herrichten. Unsereins kann sich heute ganz einfach einmieten ins Hotel „Das Tegernsee“ oberhalb des gleichnamigen Ortes mit Blick über See und Alpen. Da kann er gleichzeitig frische Luft und Geschichte atmen und muss trotzdem nicht auf 1A-Design verzichten.
Das Tegernsee Hotel & Spa, Neureuthstraße 23, 83684 Tegernsee, Telefon: 08022 1820, Fax: 08022 182100, eMail: info@dastegernsee.de, www.dastegernsee.de
Genießen inmitten von Kunst
Das Hotel Imperial hat so manche Besitzer überlebt: 1899 im Jugendstil als k. u. k.-Delikatessen- und Confiserieladen erbaut, fungierte es zwischendurch als Sitz der Bank von Tirol und Vorarlberg. 1923 wurde das Gebäude als Café Westminster im Stil eines Wiener Kaffeehauses eröffnet. Schon damals legten die Einrichtung des Cafés mit Stilmöbeln und die Malereien den Grundstein für die Verbindung von Kunst und Kaffeehaus. Heute sind die Zimmer des Vier-Sterne- Hauses beim Kurhaus von zeitgenössischen Künstlern zu kleinen Kunstwerken umgestaltet.
Imperialart Hotel, Freiheitsstraße 110, 39012 Meran, Telefon: 0039 0473237172, Fax: 0039 0473230221, eMail: info@ imperialart.it, www.imperialart.it
Wohlsein im Maharadscha-Palast
Mal wohnen wie ein Maharadscha? Möglich macht das zum Beispiel das Ananda in The Himalayas. Sie müssen nur nach Indien reisen in den Staat Uttarakhand, rund 250 Kilometer nördlich von Delhi. Schon taucht er auf wie ein steingewordener Prachtbau aus 1001 Nacht. 1895 wurde er erbaut und ist eingebettet in das Palastgelände des Maharadschas von Tehri Garhwal, auf einem Hochplateau in den Vorbergen des Himalayas mit Blick auf das Ganges-Tal und das Gebirge. Die luxuriös-spirituelle Atmosphäre der Luxusbleibe eignet sich vortrefflich, um bei Yoga und einer Ayurveda tiefe Gelassenheit zu erlangen.
Ananda in the Himalayas, Narendra Nagar, District Tehri-Garhwal, Uttarakhand – 249175, Indien, Telefon: 0091 1378227500, Fax: 0091 1378227550, eMail: sales@anandaspa.com, www.anandaspa.com
Früher Kohle, heute cool
Zentrumsnah im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld ging anno 1898 das erste Gaswerk für Hamburg-Altona in Betrieb. Was tun, mehr als 100 Jahre später, mit dem typischen Industriebau mit seinen unverputzten Ziegelfassaden, der erhaltenswert ist, aber inzwischen ungenutzt dahinbröckelt? Herrichten und etwas ganz anderes daraus machen, dachte sich ein Investor und eröffnete ein Jahrhundert später in der Industriebranche ein Designhotel. Wo früher 5.000 Tonnen Kohle aufgetürmt waren, übernachten heute Gäste in der schicken Bleibe „Gastwerk“ – in aufwändig restaurierter historischer Bausubstanz mitsamt moderner Inneneinrichtung. In den Loft-Zimmern, im Atrium und in den Suiten wurde so viel wie möglich von der historischen Bausubstanz belassen, so dass das einstige Industriezeitalter greifbar nahe scheint.
Gastwerk Hotel Hamburg, Beim Alten Gaswerk 3, 22761 Hamburg, Telefon: 040 890620, Fax: 040 8906220, eMail: info@gastwerk-hotel.de, www.gastwerk-hotel.de
Mit der Kunstwelt auf Du
Als Grandhotel wurde das Haus in den „Roaring Twenties“ eröffnet. Das Gramercy war einst beliebter Treffpunkt von Künstlern, Schriftstellen, Musikern und Lebemännern – Schauspieler Humphrey Bogart zum Beispiel hat hier geheiratet, der Yankee-Star George Herman „Babe“ Ruth hing hier öfter mal an der Bar ab. Irgendwann war der Lack jedoch ab; das Hotel wurde vor einigen Jahren unter der Leitung des US-Hoteliers Ian Schrager komplett renoviert. Dafür hatte er den weltweit bekannten Künstler-Star Julian Schnabel ausersehen, der ein wahres Wohn-Werk aus antiken Möbeln schuf, aus üppigen Stoffen und Designerstücken in einer von der Renaissance inspirierten Farbpalette. Und endlich lassen sich auch im 21. Jahrhundert wieder Celebrities aus der Modeszene, aus Künstler- und Literaturkreisen im Hotel mit eigenem Privatpark inspirieren, mitten in der Stadt, die niemals schläft.
Gramercy Park Hotel, 2 Lexington Avenue, New York NY 10010, Telefon: 001 2129203300, Fax: 001 2126735890, eMail: info@gramercyparkhotel.com, www.gramercyparkhotel.com
Lustwandeln statt beten
Nahe Siena liegt das Castel Monastero eingebettet in die Landschaft des Chianti zwischen Weingärten, Kastanienwäldern und Zypressenhainen. Einst hallten hier die Gebete der Klosterbrüder an den altehrwürdigen Mauern wider – heute pil- gern Italienfreunde ins Fünf-Sterne-Luxus- Ressort Castel Monastero, um sich hier verwöhnen zu lassen. Vom Flair des ehemaligen Klosters spürt der Gast noch viel – das Ensemble aus dem elften Jahrhundert mitsamt Piazza, wo man heute im Gourmetrestaurant speist, ist fast vollständig erhalten. Glücklicherweise auch der Weinkeller des ehemaligen Klosters. Zwischen dicken Steinmauern, Eichenfässern und Weinregalen beherbergt er das Bistro „La Cantina“, in der Gast regionale Spezialitäten kosten kann.
Castel Monastero, Loc. Monastero d’Ombrone 19, 53019 Castelnuovo Berardegna, SI, Italien, Telefon: 0039 577 570001, Fax: 0039 0577 570868, eMail: info@castelmonastero.com, www.castelmonastero.com
Nachsatz: Wer nachts Kunst und Knast verbinden will, der ist in Kassel richtig: Documenta-Besucher können während der Dauer der Kunstmesse im kommenden Jahr hinter schwedischen Gardinen übernachten, im einstigen Untersuchungsgefängnis, der 135 Jahre alten „Elwe“. Nach Messe-Ende ist allerdings Schluss mit Schlummern – das Hotel Knast schließt dann wieder seine Gitter.
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