Hintergrund
SCHULDENKRISE
Ist Ihr Erspartes noch sicher?
Sollte das Sparschwein nicht uns schützen?
Selbst Stoiker verlieren langsam die Ruhe. Angesichts nicht endenden Hiobsbotschaften aus der Finanzwelt sorgen sie sich um ihre Altersvorsorge. UÅNberprüfen Sie deshalb Ihre Anlagestrategie, rät A&W-Autor Florian Bogner.
Griechenland pleite, Portugal und Irland gerade noch über Wasser, Spaniens Rating in Gefahr, Italien im Fokus der Zocker und auch die USA bekommen ihre Schulden nicht in den Griff. Die Probleme weltweit und besonders in Europa bleiben vorerst unüberschaubar. Die Finanzwelt wird noch lange nicht zur Ruhe kommen. Während Profis die Schuldenkrise für Zockergeschäfte schamlos ausnutzen, wissen verunsicherte private Anleger oft nicht, wie sicher ihre Anlage noch ist. Bei allen Problemen – die Realität sieht weniger dramatisch aus, als sie scheint: Die Inflation hält sich in Euroland mit derzeit 2,8 Prozent noch im Rahmen und ist von einer galoppierenden Geldentwertung noch weit entfernt.
Sicheren Schutz gegen alle negativen Einflüsse gibt es aber nicht. Wer sich in den Finanzmarkt begibt, muss mit den Risiken leben. Doch er kann sie überschaubar halten, in dem er sein Vermögen möglichst breit streut. Das gilt für Geld- ebenso wie für Sachvermögen. Bei Bargeld, Tages- und Festgeldern, Bausparverträgen, Festverzinslichem sowie Lebens- und Rentenversicherungen hängen alle damit verbundenen Risiken davon ab, wie gut der Schuldner ist. Geht der pleite, ist das eingesetzte Kapital weg oder es greift die Einlagensicherung. Bei den Sachwerten investiert der Anleger in Aktien, Immobilien oder Gold. Die Wahrscheinlichkeit eines Totalverlusts hält sich hier eher in Grenzen. Unternehmen können zwar insolvent werden, doch sorgfältige Auswahl der Aktien minimiert das Ausfallrisiko. Und auch diese Gefahr lässt sich mit einem weltweit investierenden Aktienfonds deutlich verkleinern. Immobilien oder Gold können im Wert steigen oder fallen. Einen Totalverlust erleidet man aber nur bei Raub oder Enteignung.
A&W-KOMPAKT
So funktionieren Termineinlagen und Anleihen
Anleger brauchen sich derzeit nicht sorgen, wenn sie achtsam bleiben. Doch sie sollten wissen, wie die Produkte ihrer Wahl unter den gegebenen Umständen reagieren:
- Tages- und Termineinlagen. Weil sie nicht wissen, wohin mit ihrem Kapital, bevorzugen immer noch viele Anleger Tages- und Festgeldkonten oder Sparbriefe. Bei deren Sicherheit kommt es auf die Einlagensicherung an. Gesetzlich geschützt sind in Deutschland inzwischen 100.000 Euro. Darüber hinaus bieten die Institutsgruppen mit eigener Einlagensicherung zusätzlichen Schutz für höhere Beträge. Wer sein Geld im Ausland anlegt, sollte auf die Sicherung achten.
- Zertifikate, Genuss- und Optionsscheine fallen nicht unter die Einlagensicherung. Hier zählt die Bonität des Schuldners. Sie sind oft so kompliziert konstruiert, dass ihre Wirkungsweise kaum durchschaut werden kann. Weil er Anleger das Risiko eines Zahlungsausfalls alleine trägt, sollte er nur Papiere kaufen, die er versteht. Viele Zertifikate basieren auf Aktien oder Aktienkörben. Oft sind es Wetten auf bestimmte Entwicklungen in der Zukunft – konkrete Anhaltspunkte gibt es da kaum.
- Anleihen. Wer an die deutsche Wirtschaft glaubt, es aber etwas vorsichtiger angehen lassen will, kann auch in ausgesuchte Unternehmensanleihen investieren. Handelt es sich um einen sehr guten Schuldner – unbedingte Voraussetzung für den Kauf -, zahlt der am Ende der Laufzeit seine Schulden zu 100 Prozent zurück und bis dahin regelmäßig Zinsen. Allerdings sollte man keine zu langen Laufzeiten wählen. Die Zinsen werden weiter steigen. Neue Anleihen werden dann höher verzinst. Die älteren lassen sich nur mit Kursabschlägen verkaufen. Unter die Einlagensicherung fallen Anleihen nicht. Das Ausfallrisiko trägt der Gläubiger allein.
- Bundesanleihen. Dank der sehr guten Bonität fließt in sie immer noch viel ausländisches Kapital. Dementsprechend niedrig ist ihre Verzinsung. Sicherheitsbewusste Anleger können auf eine Investition in Bundespapiere vertrauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihr Geld nicht wiedersehen, ist denkbar gering. Dafür bleiben die Zinsen niedrig, solange die Bundesanleihen als Fluchtburg für das internationale Kapital dienen.
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