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 ARZT & POLITIK  RABATTVERTRäGE   
08.02.2010

Apotheker werfen Kassen geheime Millionen-Einnahmen vor

Der Deutsche Apotheker Verband (DAV) hat den gesetzlichen Krankenkassen vorgeworfen, Millionen-Einnahmen aus den Rabattverträgen zu verschweigen.

 

Der Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) hat derartige Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. "Es ist absurd zu behaupten, dass Krankenkassen Einnahmen aus Rabattverträgen verschweigen, die Gewinne selber einstecken und im Gegenzug Zusatzbeiträge erheben", erklärte Thomas Ballast, Vorstandsvorsitzender des vdek. Diese Einnahmen würden die Kassen nach Vorgabe des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) auf ein separates Konto buchen, veröffentlichen und in die Haushaltspläne zurückfließen lassen. Laut der letzten verfügbaren Veröffentlichung konnte die GKV laut Ballast insgesamt 310 Millionen Euro sparen.

Kritik am Prozedere der Rabattverträge kommt auch vom Verband Pro Generika: "Niemand, auch nicht der DAV, weiß, wie viel die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) tatsächlich durch Rabattverträge einspart", sagte Peter Schmidt, Geschäftsführer des Verbandes. Außer den einzelnen Krankenkassen selbst kenne niemand die Preisnachlässe, die ihnen die Generikahersteller einräumen müssten, um im Markt zu bleiben. Er kritisierte, die Intransparenz im Rabattvertragsgeschäft lasse "die wildesten Spekulationen ins Kraut schießen". Die Politik müsse bei der Neuordnung der Arzneimittelversorgung einen Spagat zwischen der Entlastung der Krankenkassen einerseits und der Erhaltung einer leistungsfähigen Generikaindustrie andererseits machen. "Dazu braucht sie Fakten, Fakten, Fakten und keine aus der Luft gegriffenen Zahlen", forderte Schmidt.